Alterstraumatologie

Verletzungen bei alten Menschen entstehen häufig durch Gangunsicherheit, Osteoporose oder auch zahlreiche internistische Erkrankungen. Kommt es dabei zum Sturz, sind Knochenbrüche wie
 

  • Schenkelhalsbruch
  • Oberarmkopfbruch
  • Ellenbogengelenksbruch
  • Handgelenksbruch
  • Sprunggelenksbruch



die Folge. Das Grundprinzip in der Versorgung dieser Verletzungen ist die frühzeitige Mobilisierung des Patienten, die baldige Wiedereingliederung in das Alltagsleben, so vollständig wie möglich. Neben den modernen Methoden der Unfallchirurgie mit ihrer ausgefeilten Technik tragen die Anästhesie, die Pflege und vor allem die physiotherapeutische Behandlung zum Gelingen bei. Wichtigste Voraussetzung aber ist die die Mitarbeit des Patienten.

Nach der Akut-Versorgung schließt sich ein Reha-Aufenthalt an, der den Prozess abrundet und Übergang in die häusliche Versorgung ist. Dass Knochenbrüche im hohen Alter nicht zwingend die Unterbringung in eine Senioreneinrichtung zur Folge haben, belegen zahlreiche Patienten, die nach ihrer Operation wieder in ihren Alltag zurückkehren konnten. Prof. Finke operiert auch hochaltrige Menschen, seine älteste Patientin war 105 Jahre alt.

 

Der Schenkelhalsbruch innen oder außen wird entweder durch ein künstliches Hüftgelenk, ein teilweise künstliches Hüftgelenk oder mit einer Schraube, einem Nagel bzw. einer Platte - also gelenkerhaltend – versorgt. Das Verfahren richtet sich nach der Diagnose und ist immer „maßgeschneidert“. Bei der Versorgung von Verletzungen alter Patienten kann nicht immer der reinen Lehre gefolgt werden, hier ist es wichtig, dass die Behandlung angemessen und nicht nur auf das Krankheitsbild, sondern den Patienten zugeschnitten ist. In allen Fällen ist es ausgemachtes Ziel, dass der Patient nach wenigen Tagen wieder auf seinen Beinen stehen kann, wieder laufen kann und so selbstständig wie möglich bleibt.

 

Schenkelhalsbruch


Beispiele der Versorgung von Schenkelhalsbrüchen

       

Nagelosteosynthese               Bei diesen Eingriffen wird der Bruch eingerenkt und dann mittels, [meist 3er] Schrauben oder mit einem Femurnagel stabilisiert, eine Vorgehens-weise, die z.B. bei Trümmer-brüchen“ erlaubt, rasch wieder zur Vollbelastung und damit Gehfähigkeit des Patienten zu gelangen.

 

Schraubenosteosynthese

 

Duokopf

Bei inneren Schenkelhalsbrüchen (sog. medialen Schenkelhalsbrüchen) wird beim alten Patienten meist nicht mehr kopferhaltend operiert. Hier wird die Gelenkpfanne erhalten und zur Stabilisierung des Oberschenkelhalses ein sog. Duokopf eingesetzt.

 

Oberarmkopfbruch

Operationen von unfallbedingten Schultererkrankungen

  • Stabilisierung durch Platten

  • Oberarmkopf- oder Schulterprothesen

  • Sehnenrisse

 

Wenn bei einem Schulterbruch der Oberarmkopf so weit abgekippt oder zertrümmert ist, dass eine Heilung gefährdet ist, muss auch im Interesse der Wiederherstellung einer möglichst guten Mobilität operiert werden. Als Operationsmethoden stehen die Plattenosteosynthese (Kopferhaltend) und die Schulterprothese zur Verfügung. Auch die Versorgung mit einem Marknagel ist möglich.

 

     

Winkelstabile Plattenosteosynthese

Oberarmkopfbrüche werden möglichst gelenkerhaltend versorgt, d.h. der Knochenbruch wird bei der Operation eingerichtet und durch Platten und Schrauben neu miteinander verbunden und stabilisiert. 
 

Oberarmkopfprothese

Wenn der Oberarmkopf zerstört ist oder nach Trümmerbrüchen wird eine Oberarmkopfprothese eingesetzt.

 

 

 

 


 

Top
  Prof. Dr. med Ulrich Finke | ulrich.finke@sankt-katharinen-ffm.de