Leistenbruch

Die Leistenbruchoperation ist inzwischen die häufigste allgemeinchirurgische Operation. Es stehen verschiedene Techniken zur Wahl. Welche davon zur Anwendung kommt, sollten Arzt und Patient gemeinsam entscheiden. Kriterien sind neben dem Alter und Operationsrisiko die Wünsche und Ängste des Patienten, aber auch die körperlichen Belastung im Alltag und der Wunsch, schnellstmöglich wieder beruflich aktiv zu sein.
Zunehmend werden Leistenbrüche auch ambulant operiert, so daß der Patient schon am selben Tag wieder nach Hause gehen kann.
- Bei der offenen Versorgung des Leistenbruchs ohne Netz wird nach einem Schnitt in der Leiste der Bruchsack und die Bruchlücke nach standardisierter Technik versorgt, ohne daß ein Kunststoffnetz eingebracht wird. Hierbei wird der sich vorwölbende Bruchsack isoliert, abgetragen und versenkt, die schwache Leiste wird durch mehrere Nähte verstärkt. Bei diesem Verfahren sollte im Anschluss etwa 6 Wochen schweres Heben vermieden werden, es wird vor allem bei Kindern und jungen Menschen angewendet.
- Beim offenen Verfahren mit Netz wird zunächst ebenso vorgegangen, doch zusätzlich wird ein stabilisierendes Kunststoffnetz eingebracht, das verstärkend wirkt. So liegt weniger Spannung auf der Bauchdecke und die Patienten haben nach der Operation weniger Schmerzen. Prof. Ulrich Finke und sein Team praktizieren dieses Operationsverfahren seit mehr als 10 Jahren, es ist schnell, sicher, schmerzarm und kann sogar ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
- Im Rahmen der „Schlüssellochchirurgie“ kann die Versorgung des Leistenbruches minimal invasiv durch das Spiegelungsverfahren (Laparoskopie) erfolgen. Hierbei werden am Nabel, am rechten und linken mittleren Unterbauch drei kleine Schnitte gesetzt, d.h. das Bauchfell wird zwischen den Darmschlingen minimal geöffnet. Dann wird mit den Instrumenten der Bruchsack zurückgedrängt und die Lücke mit einem Kunststoffnetz verschlossen.
Grundsätzlich kann die Leistenbruchoperation in Vollnarkose und in Rückenmarksbetäubung durchgeführt werden, örtliche Betäubung ist nur bei den offenen Verfahren möglich. Dies empfiehlt sich besonderes bei schlanken Patienten, deren umgebende Nerven sich gut erreichen und mit Betäubungsspritzen vollständig ausschalten lassen. Ebenso bei Patienten, die durch eine Allgemeinnarkose ein zu hohes Belastungs-Risiko eingehen würden. Alle Techniken der Leistenbruchversorgung werden hier individuell entschieden und durchgeführt.